900 Millionen arme Jobber

Trotz Wachstums der Weltwirtschaft um insgesamt über neun Prozent in den beiden letzten Jahren stagniert die Zahl der weltweit registrierten Arbeitslosen bei 197 Million.

Artikel aus der taz vom 24. Januar 2012

Keine Arbeit durch Wachstum

Das Institut für Wachstumstudien veröffentlicht in Ihrer Zeitschrift Ausgabe 6(2010) einen Artikel mit dem Titel "Keine Arbeit durch Wachstum" von Kay Bourcarde und Christian Tripp.

Daraus der Vorspann:

„Wachstum schafft Arbeit“1 – mit diesem Slogan brachte Bundeskanzlerin Angela Merkel im vergangenen Bundestagswahlkampf den Stellenwert von Wirtschaftswachstum für ihre Arbeitsmarktpolitik auf den Punkt. Sie befindet sich damit nicht nur im Einklang mit den Vorstellungen der meisten anderen Parteien, sondern auch mit dem „Mainstream“ der Wirtschaftswissenschaften, der Wachstum zumeist als Voraussetzung für die Schaffung oder zumindest den Erhalt von Arbeitsplätzen sieht. Wie unwahrscheinlich es ist, den langfristigen linearen Wachstumstrend der deutschen Volkswirtschaft zu verlassen und so tatsächlich noch ein beschäftigungswirksames Wirtschaftswachstum zu erreichen, bleibt meist unbeachtet.
Dabei zeigt doch das abgelaufene Jahrzehnt, dass keine Arbeit durch mehr Wachstum geschaffen werden konnte, sondern sich vielmehr ein sinkendes Arbeitsvolumen auf mehr Erwerbstätige verteilt hat. Der Preis hierfür ist allerdings ein zunehmend von Unsicherheit geprägter Arbeitsmarkt. Angesichts des demographischen Wandels erscheint für die Zukunft eine auf Wachstum basierende Arbeitsmarktpolitik noch weniger einleuchtend: Selbst wenn wider Erwarten ein dauerhaft höheres Wachstum erreicht werden könnte, so die abschließende These des Aufsatzes, würden hiervon wahrscheinlich vor allem jene Gruppen profitieren, die ohnehin am wenigsten von Arbeitslosigkeit betroffen sind.

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